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Fakultät Raumplanung

Neue Publikation von Sophie Schramm

Viele Leute mit Wassercontainern, die vor einem neu errichteden Wasserkiosk im Stadtteil Kibera in Nairobi warten © Moritz Kasper​/​TU Dortmund
Wassernutzer vor einem neu errichteden Wasserkiosk in Kibera, Nairobi (2021)
Der Artikel untersucht, wie Covid-19 die Erfahrungen mit Wasserversorgung Kiberas und Eastleighs, zwei Stadtteile von Nairobi, geprägt hat. Anhand qualitativer und quantitativer Daten zeigt er, wie die Pandemie bestehende infrastrukturelle Ungleichheiten verschärfte und zu weiterer Fragmentierung der Wasserlandschaften führte. Zugleich betont der Beitrag die Bedeutung solidarischer, nachbarschaftsorientierter Ansätze für gerechtere urbane Infrastrukturen.

Artikel

Kasper, M., Wamuchiru, E. and Schramm, S. (2025), EXPERIENCING MORE-THAN-PANDEMIC WATERSCAPES: An Intra-urban Comparison of Water Practices and Geographies in Nairobi. Int. J. Urban Reg. Res.. https://doi.org/10.1111/1468-2427.70038

Schlüsselwörter

urban waterscapes / Covid-19 / sozio-technische Infrastrukturen / Solidaritäten / urban governance

Autoren

Moritz Kasper

Elizabeth Wamuchiru

Sophie Schramm

Abstrakt

Während viele afrikanische Städte wie Nairobi während der Pandemiejahre vergleichsweise gut abschnitten, sahen sich die Stadtbewohner dennoch mit einer Vielzahl von Unsicherheiten und einer ungleichen Verteilung der Lasten konfrontiert, die infrastrukturell mitvermittelt wurden, beispielsweise innerhalb und durch ortsspezifische Wasserlandschaften und deren soziotechnische Infrastrukturen. Wir betrachten Covid-19 als ein aufschlussreiches infrastrukturelles Ereignis und untersuchen seine Auswirkungen auf die Erfahrungen mit Wasserlandschaften in zwei marginalisierten Stadtvierteln in Nairobi: Kibera und Eastleigh. Auf der Grundlage eines innerstädtischen Vergleichs unter Verwendung qualitativer und quantitativer Daten plädieren wir für eine differenzierte Sichtweise auf städtische Wasserlandschaften während und nach Krisen oder Umbrüchen. Die Praktiken und Erfahrungen der Stadtbewohner zeigen, wie die Pandemie die bereits bestehende Fragmentierung und Individualisierung der infrastrukturellen Verantwortlichkeiten verstärkt hat, was durch staatliche Eingriffe oder deren Fehlen noch weiter beschleunigt wurde. Letztendlich fordert der Artikel, unsere Ergebnisse als mehr als nur pandemiebezogen zu betrachten, und fordert Wissenschaftler und Praktiker auf, sich mit der Mikrofragmentierung innerhalb von Stadtvierteln und den damit verbundenen infrastrukturellen Ungleichheiten durch Pläne und Maßnahmen zu befassen, die auf einer breiteren Solidarität basieren.