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Fakultät Raumplanung

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Philipa Birago Akuoko veröffentlicht einen neuen Artikel zum Thema informeller Frauenarbeit im öffentlichen Raum.

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Eine Frau trägt auf einem belebten Straßenmarkt ein großes Metallbecken mit blauen Säcken auf dem Kopf. Ein Kleinkind ist in einem bunten Tuch auf ihrem Rücken gebunden. Im Hintergrund sind ein Fahrzeug und weitere Personen zu sehen. © Philipa Birago Akuoko​/​ TU Dortmund
Kumasi Kejetia/Central Market, Ghana (2023)
Informelle Arbeit von Frauen in öffentlichen Räumen ist ein zentraler Pfeiler urbaner Lebensgrundlagen im Globalen Süden. Der Beitrag zeigt, wie diese Arbeit trotz Verdrängung und Prekarität soziale Reproduktion, ökonomische Autonomie und soziale Identität sichert. Er plädiert dafür, informelle Arbeit als integralen Bestandteil urbaner Entwicklung und Stadtpolitik anzuerkennen.

Artikel

Akuoko, Philipa B., and  Michèle Amacker.  2025. “ Informal Women's Work in Public Spaces: Why Should It Matter?” Gender, Work & Organization:  1–12. https://doi.org/10.1111/gwao.70079.

Schlüsselwörter

informelle Arbeit/  öffentlicher Raum/ (Re)produktive Arbeit/ Stadtumbau/ Stadterneuerung/ Frauenarbeit

Autoren

Philipa Birago Akuoko

Michèle Amacker

Abstrakt

Die informelle Arbeit von Frauen im öffentlichen Raum ist für den Lebensunterhalt und die soziale Dynamik in Städten des Globalen Südens von zentraler Bedeutung. Seit Jahrzehnten fungieren öffentliche Räume als wichtige Orte wirtschaftlicher Aktivität, insbesondere für Frauen, die informeller Arbeit nachgehen. Jüngste Stadterneuerungsinitiativen führen jedoch zur Verdrängung und Marginalisierung dieser Arbeitnehmerinnen. Dieser Artikel untersucht die komplexen, alltäglichen Wege, auf denen die Arbeit von Frauen die soziale Reproduktion inmitten anhaltender kolonialer Vermächtnisse, patriarchalischer Normen und prekärer wirtschaftlicher Bedingungen aufrechterhält. Unter Verwendung eines qualitativen vergleichenden Fallstudienansatzes, der auf der dekolonialen Theorie der sozialen Reproduktion basiert, untersucht diese Studie die Schnittstellen zwischen den Lebenserfahrungen von Frauen in produktiver und reproduktiver Arbeit. Sie hebt die strukturellen Herausforderungen hervor, denen Frauen, die im öffentlichen Raum arbeiten, gegenüberstehen, darunter der Ausschluss aus gesetzlichen Planungsprozessen und die Prekarität im Rahmen kapitalistischer städtischer Transformationen. Die Ergebnisse zeigen, dass informelle Arbeit nicht nur die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen und ihre Fähigkeit, ihre Familien zu versorgen, aufrechterhält, sondern auch eine Quelle sozialer Identität und wirtschaftlicher Selbstbestimmung darstellt. Dieser Artikel argumentiert, dass Gender- und Entwicklungsdiskurse Informalität als mitkonstitutiven Bestandteil des Urbanismus integrieren müssen, um den Bedürfnissen und Beiträgen von Frauen im Globalen Süden umfassend gerecht zu werden. Er behauptet, dass die Anerkennung der Vorteile, die Frauen aus informeller Arbeit ziehen, politische Bemühungen zur Unterstützung nachhaltiger Lebensgrundlagen und zur Förderung einer inklusiven Ökonomie leiten kann.

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